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| Bundestagswahl 2005 |
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ND dokumentiert Artikel, die hier zu diesem Thema bisher erschienen sind.
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| Sonder-Abo |
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Das Abo zur Wahl - drei Monate für 40 EUR

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| Aktuelle Beilagen |
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9. Juli 2005
Sozialforum 2005
Gemeinsame Beilage der Tageszeitungen »Neues Deutschand«, »junge Welt«
und »die tageszeitung« zum 1. Sozialforum in Deutschland, Erfurt,
21.-24.7.05
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2. September 2005
Aktiv im Alter
Mit 60 ist das leben längst nicht zu Ende.
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nur in der Printausgabe
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| Pressefest 2005 |
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Pressefest-Galerie  Berichte
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| Ausblick |
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27. August 2005:
Solibasar der Berliner Journalistinnen und Journalisten auf dem Potsdamer Platz
Auch in diesem Jahr laden die Journalisten Berlins zu einem
Solidaritätsbasar, um ein konkretes Projekt zu unterstützen. ND ist
dabei.
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| Kunstmarkt |
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Kunstmarkt I 
Kunstmarkt II  |
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04.07.05
Die geheimnisvolle BIZ
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wird 75
Mit
der Ausstellung »This is the BIZ« öffnet die Bank für Internationalen
Zahlungsausgleich (BIZ) seit dem 28. Juni bis zum 12. Juli erstmals
ihre Tore für die Öffentlichkeit. Die BIZ gilt als älteste und
geheimnisvollste internationale Finanzinstitution. Über ihre Gründung,
ihre Funktion und ihr Club-System sprach Ariane Brenssell mit dem
Schweizer Finanzexperten Gian Trepp. Der Volkswirt arbeitet als
Journalist in Zürich. Bekannt ist sein Buch von 1993 zur BIZ:
»Bankgeschäfte mit dem Feind. Von Hitlers Europabank zum Instrument des
Marshallplans«.
ND: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wird in diesem Jahr 75. Was waren 1930 die Gründe zur Schaffung der BIZ ? Trepp:
Im wesentlichen gab es zwei Gründe für die Schaffung einer neuen
internationalen Finanzinstitution: Zum einen sollte die BIZ die
Reparationszahlungen abzuwickeln, die Deutschland laut Versailler
Vertrag nach dem ersten Weltkrieg bezahlen musste. Diese flossen von
der Reichsbank in Berlin nach Basel in die BIZ und wurden von dort aus
an die Siegermächte weiterverteilt. Die zweite Aufgabe war ihre
Funktion als Bank der Zentralbanken. Die BIZ bot den einzelnen
Zentralbanken, die Möglichkeit, eine gewissermaßen eigene Außenpolitik
zu führen. Dazu brauchten sie eine Institution.
Die BIZ ist auch wegen des Raubgolds aus der NS-Zeit in die Kritik gekommen. Grundsätzlich
muss man sagen, war die BIZ zahlenmäßig als Devisenbeschafferin in der
Schweiz für Nazi-Deutschland nicht wichtig. Quantitativ hatte es keinen
Einfluss auf die deutsche Kriegswirtschaft, wohl aber spielte es eine
Rolle für das ökonomische Überleben der Bank. Sie erhielt ungefähr 14
Tonnen deutschen Raubgoldes, zum einen zwecks Weiterleitung an Dritte
im Auftrag der Reichsbank, zum Beispiel nach Spanien und Portugal. Ein
anderer Teil blieb bei der BIZ. Damit bezahlte sie ihren Betrieb, etwa
die hohen Gehälter der 110 Personen, die sie in Basel beschäftigte. Von
1939 bis 1945 hat die BIZ im wesentlichen von diesen
Raubgoldlieferungen aus Berlin gelebt.
Wie haben sich die Aufgabenstellungen der BIZ von damals bis heute verändert? Kurzgefasst
könnte man sagen: Sie ist die Bank der Zentralbanken geblieben. Auch
nach dem II. Weltkrieg und über den Kalten Krieg hinaus bis heute haben
sich dort die Zentralbanken der einstmals verfeindeten Mächte
gewissermaßen auf neutralem Boden in Basel getroffen. Unkontrolliert
von Öffentlichkeit und Politik, konnten sie dort sprechen, worüber sie
wollten. Das ist vielleicht der Rote Faden in diesen 75 Jahren.
Wie kann man sich die Zusammenarbeit der Notenbanken im Rahmen der BIZ heute vorstellen? Der
wesentliche Beitrag der BIZ ist nach wie vor, dass sie mit ihren
Dienstleistungen einen institutionellen Rahmen bietet, in dem sich die
Notenbanker treffen können. Eine eigene Agenda hat sie nicht.
Welche Zentralbanken sind in der BIZ heute vertreten und welche Struktur hat die Zusammenarbeit? Heute
hat die BIZ 55 Mitgliedsbanken – darunter sind alle großen und reichen
Länder. Alle zwei Monate finden die Sitzungen der Notenbankgouverneure
statt. Darüber hinaus können jederzeit formlose Treffen anberaumt
werden.
Seit 1990 versucht die BIZ aufstrebende
Volkswirtschaften in die Kooperation der Notenbanker einzubeziehen.
Welche Länder sind letzter Zeit dazu gekommen? Die
wichtigsten Länder sind sicher China und Russland. Die waren vorher als
kommunistische Staaten außen vor. Man wollte sie nicht, weil die BIZ ja
1930 die Hochburg des Kapitalismus war. Inzwischen sind auch wichtigen
Schwellenländer dazugekommen: Indien, Brasilien, Südkorea und Thailand.
Jetzt sind sozusagen alle großen und reichen Länder dabei. Das ist die
Politik der BIZ. Sie will nicht universal sein, also gar nicht alle
haben, nur die wesentlichen. Es gibt vielleicht zwei, drei Staaten, die
noch fehlen, etwa Nigeria als Ölproduzent.
Sie haben im Zusammenhang mit der BIZ mal das Stichwort Club-Politik ins Gespräch gebracht. Können Sie das erläutern? Die
Methode dieser Finanzdiplomatie kann man als Club-System bezeichnen.
Wie erwähnt, gibt es keine Tagesordnungen und auch kein großes
Drumherum, sprich Presse oder Öffentlichkeit. Die Notenbanker kennen
sich, sie treffen sich persönlich. Denn sie machen das gleiche
Geschäft: Sie regeln das Geldsystem ihres jeweiligen Landes. Da kommt
keiner herein, der nicht Zentralbanker ist, und diese gewisse
Atmosphäre ist auch so gewünscht. Es ist auch eine Art Männerbund – mit
nur vielleicht zwei, drei Frauen, etwa aus Skandinavien und Malaysia. Im
Club-System wird unter gegenseitigem Vertrauen verhandelt. Das ist
nötig, um über die Probleme oder auch über die Ängste der
Notenbankgouverneure sprechen zu können: beispielsweise über Ängste vor
dem nächsten Finanzcrash oder die Frage, wer die Verluste tragen muss.
Was sind die aktuellen Themen der Notenbanker? Im
jüngsten Jahresbericht wird deutlich, dass sich die Notenbanker große
Sorgen über die Ungleichgewichte machen, die bekanntlich in der
Weltwirtschaft existieren. Zum Beispiel darüber, dass die USA über ihre
Verhältnisse leben, was sich in ihrem Zahlungsbilanzdefizit zeigt. Sie
importieren »auf Pump«, während andere Länder wie China oder
Deutschland einen Exportüberschuss haben. Diese Ungleichgewichte machen
die Finanzmärkte zur Zeit sehr labil. Andere Aspekte sind die
Finanzderivate, also gewisse Finanzinstrumente, die explosionsartige
Volumenzuwächse bekommen haben. Alles in allem kann man davon ausgehen,
dass in der BIZ heute die Angst vor dem Finanzcrash das große Thema
ist.
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