|
Dem grossen Bruder geopfert:
UBS steigt beim Islamic-Banking aus Am 14. März 2006 teilte die Schweizer Grossbank UBS mit, die UBS-Islamic-Banking-Tochter Noriba werde per Jahresende liquidiert. UBS-Noriba in Bahrain hat hat 200 Angestellte mitsamt einem Scharia-Rat aus islamischen Schriftgelehrten, der die religiöse Korrektheit aller Noriba-Geschäfte zertifiziert. Zur Islam Finanz siehe meine 2002 vom Verlag des Kaufmännischen Vereins Zürich publizierte Broschüre. In Zukunft will die UBS den gläubigen Muslimen unter ihrer Kundschaft bloss noch Scharia-konforme Anlageprodukte externer islamischer Banken vermitteln. Die Noriba-Liquidation erfolgt kurz nach dem Boykott der UBS gegen den Iran und Syrien. Arbeitslos werden die islamischen Finanzexperten Scheich Elgari und Scheich Abu Guddah vom entlassenen Noriba-Schariarat nicht. Sie verstärken Dar Al Istithmar, den Schaira-Thinthank der Deutschen Bank, sich das Nahostgeschäft nicht - oder zumindest weniger - von der US-Aussenpolitik diktieren lässt. Der Ausstieg der UBS aus dem wachsenden Sektor des Islamic Banking bestätigt die kompromisslose Ausrichtung der internationalen Geschäftstätigkeit der grössten Bank in der Schweiz auf die US-amerikanische Aussenpolitik. UBS-Präsident Marcel Ospel, CEO Peter Wuffli und der Verwaltungsrat haben das Schweizer Banner durch das Sternenbanner ersetzt. UBS for USA, so wie einst die alten Eidgenossen im Solde europäischer Monarchen kämpften - Wenns sein musste auch gegeneinander! Rein finanziell hat sich das transatlantische Vasallentum der UBS bislang ausbezahlt, das dem Skandal der nachrichtenlosen jüdischen Vermögen vor zehn Jahren entsprang - Doch der Krug geht zum Brunnen bis er bricht! In den USA wächst der Neoprotektionismus. Eine Untersuchung des US-Government Accountability Office (GAO) bemängelte bei der bisherigen Genehmigungspraxis ausländischer Investitionen eine einseitige Berücksichtigung von Kapitalmarktinteressen gegenüber den Erfordernissen von Wirtschaftskrieg gegen den Terrorismus und Homeland-Security. Nach dem Veto des Kongresses gegen den Kauf der Betreibergesellschaften einiger US-amerikanischer Meereshäfen durch eine Investmentgesellschaft des Emirs von Dubai, baut die Bush-Administration zurzeit das Committee on Foreign Investments in the United States (CFIUS) aus, das für die Überwachung und Kontrolle ausländischer Investitionen in den USA zuständig ist. Die schwarze Liste der US-Wirtschaftsboykottte, wird immer länger, der jüngste Neuzugang heisst Palästina. Die geopolitischen Risiken der UBS-Vasallenstrategie wachsen, sollte der grosse Bruder in Washington tatsächlich den Wirtschafskrieg gegen missliebige muslimische Staaten ausrufen, dann muss die UBS-Führung Flagge zeigen: US-inspirierter Wirtschaftskrieg der Zivilisationen oder europäisch inspirierter Wirtschaftsdialog der Kulturen? Das ist hier die Frage. |