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FACTS: Herr Trepp, der Schweizer Peter Wuffli ist kürzlich neuer Konzernchef der UBS geworden. Haben die Schweizer ihren Einfluss wieder verstärkt?
Gian Trepp: Im Gegenteil. Innert Kürze sind die Amerikaner John Costas und Joseph Grano in die oberste sechsköpfige Konzernleitung befördert worden. Das scheint mir wichtiger, besonders weil damit der Hauptsitz der UBS Warburg von London nach New York verlegt wird. Die im Jahr 2000 gekaufte amerikanische Einheit PaineWebber wollte man ursprünglich in den übrigen UBS-Konzern integrieren. Jetzt wird sie im Gegenteil massiv gestärkt.
FACTS: Welche Rolle spielt die Übernahme der Enron-Handelsplattform?
Trepp: Es ist für die amerikanische Öffentlichkeit wichtig, dass das Know-how von Enron nicht ins Ausland geht. Nun hat die UBS dennoch das Rennen gemacht weil sie an der Wallstreet als amerikanische Bank betrachtet wird. Chef von UBS America ist Donald Marron, der Ex-Chef von PaineWebber. Marron hat nicht ein Exekutiv-, sondern ein Repräsentativamt mit Angestellten und noblem Büro auf Kosten der UBS. Er ist Cheflobbyist in Washington.
FACTS: Marron hatte über Paine Webber die Republikaner und den Wahlkampf von George W. Bush massiv unterstützt.
Trepp: Er ist ein wichtiger Mann im republikanischen Lager. In der momentanen Skandalatmosphäre ist es politisch wichtig, wer Enron übernimmt. Hätte Mitbieterin Citigroup den Zuschlag erhalten, wäre Enron sozusagen in gegnerische Hände geraten: Citigroup-Chef ist Bill Clintons einstiger Finanzminister, weitere wichtige demokratische Persönlichkeiten aus der Clinton-Regierung arbeiten bei der Bank.
FACTS: Wie wichtig ist das Schweizer Bankgeheimnis noch in einer von den Amerikanern «übernommenen» UBS?
Trepp: Es hat keine entscheidende Bedeutung mehr. Für Kunden, die eine Bank als Verwalterin ihres Vermögens auswählen, ist das schweizerische Bankgeheimnis ein absolut sekundärer Faktor. Im amerikanischen «Krieg gegen den Terrorismus» kann es gar zur Belastung werden. Verweigert eine Bank gestützt auf das Bankgeheimnis Informationen, kann das ihr kommerzieller Tod in den USA sein. Der US-Patriot Act bestimmt, dass Banken die Lizenz für die USA entzogen wird, wenn sie im Kampf gegen den Terrorismus nicht kooperativ sind.
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