Supercapitalism

Supercapitalism The Transformation of Business, Democracy and Everyday Life, so lautet der Titel des neuen Buches von Robert B. Reich, Professor an der University of California in Berkeley und ehemaliger Arbeitsminister der Clinton-Regierung.

Die Essenz dieses Buches findet sich auf Seite 171 unten wo es heisst: "Under supercapitalism, the "long term" is the present value of future earnings. There is no better measure of this than share price."

Superkapitalismus ist Shareholderkapitalismus.

 Der frühere linksliberale Gewerkschaftsfreund Reich hat die Seite gewechselt: Die von ihm beschriebene angeblich neue amerikanische Kapitalismusvariante ist nichts anderes, als der altbekannte neoliberale Shareholderkapitalismus.

Reich Buch ist ein spätes Echo auf  Milton Friedman der schon vor Jahrzehnten schrieb, ein wirtschaftliches Unternehmen müsse ausschliesslich den Renditeinteressen seiner Kapitalgesellschafter verpflichte sein. Alles andere sei bloss hohles Geschwätz und Raub an den Aktionären.

In diesem Sinne lanciert Reich auch einen Frontalangriff auf die corporate social responsibility, also die Idee eines sozial- und ökoverträglichen Unternehmertums, die er als zwar gut gemeint, aber profitschädigend beschreibt..

Die Interessen anderer Stakeholder in der Unternehmung, Arbeit, Management, Umwelt und Gesellschaft, haben in der strategischen Unternehmensführung nichts zu suchen, da lässt Reich nur die Profitinteressen des Faktors Kapital gelten.

Erschienen ist diese neoliberale Attacke auf die Stakeholder-Unternehmenskultur ausgerechnet im Verlag Alfred A. Knopf , der zu Bertelsmann gehört. Einem Unternehmen, das bekanntlich sehr stolz ist auf seine Stakeholder- Unternehmenskultur und deren Schöpfer Reinhard Mohn.