Dubai verstehen:
Der islamische Kapitalismus entsteht


Klotzen nicht Kleckern, sagen sie im arabischen Emirat Dubai am Persischen Golf! 

Ganz in diesem Sinne bringt das 18-Milliarden-Dollar-Projekt "Die Lagune"  Wohnraum für 140'000 Personen auf sieben neuaufgeschütteten Inseln, und 120'000 Arbeitsplätze obendrein -  Büros, Hotels, 50 Einkaufszentren und andere Vergnügungs- und Businessangebote für eine internationalen Kundschaft. 

Neben der "Lagune" entstehen in Dubai noch andere Riesenprojekte, alle gebaut von zehntausenden, fast rechtloser eingewanderter Bauarbeiter. Dazu Dutzende ähnlicher Projekte in den restlichen, der insgesamt sieben Emirate, die von verschwägerten und verwandten Herscherfamilien regiert werden.

Was ist davon zu halten?

"Dubai ist dort, wo (Nazi Albert) Speer und (Medienkapitalist Walt) Disney sich begegnen", geisselte der linke US-amerikanische Autor Mike Davis die gigantische Glitzerstadt am Golf in der New Left Review. >>Mike Davis: Fear and Money in Dubai

"Erfolgreiche Finanzentren entstehen nicht durch Staatsdekret", schmetterte das britische Wirtschaftsmagazin "The Economist" dem Dubaier Finanzminister Scheich Hamdan bin Raschid al Maktoum ins Gesicht. >>http://economist.com/finance/displaystory.cfm?story_id=8422344

Allein - Sowohl Sozialist Davis als auch die Trompete der City of London verkennen den Islam als tiefere Quelle der wirtschaftlichen Entwicklung Dubais. Das Emirat ist weder staatskapitalistisches Finanzzentrum, wie der Economist behauptet, noch ein Mix aus Neoliberalismus und Neofaschismus, wie Mike Davis nahelegt.

Dubai ist die Speerspitze eines neu entstehenden islamischen Kapitalismus!

Gemäss Koran sind gläubige Muslime dazu verpflichtet, das Privateigentum zu fördern und die Marktwirtschaft zu praktizieren. Diese religiös-ökonomischen islamischen Werte fundieren die Genese eine neuen ethnokulturellen Kapitalismusvariante.  

Das koranische Zinsverbot ist nicht absolut formuliert, ähnlich wie im Alten Testament, sondern verlangt nach Auslegung durch die Schriftgelehrten. Und wer möchte daran zweifeln, dass die neuen Mullahs fertigbringen, was den Rabbis, Priester und Pfarrer Europas längst gelang: die Versöhnung von Zinswirtschaft und heiliger Schrift. Ganz abgesehen davon, dass bereits heute manche eine Murabaha, Mudarabah oder Musharaka, das sind schariakonforme islamische Finanzinstrumente, für skeptische Kaffirs eh daherkommt, wie ein verkapptes Zinsinstrument.

Sollte die israelisch-amerikanische Allianz nicht davor zurückschrecken, den Iran unter dem Banner des Krieges der Zivilisationen zu attackieren, würde die Genese des islamischen Kapitalismus wohl noch beschleunigt. 


Das Morgenland ruft