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Werner Weidenfeld out |
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Professor Werner Weidenfeld ist der drittälteste Veteran in der Bertelsmann Stiftung. Nach Stifter Reinhard Mohn, der sein Steuerspar- und Kontinuitätssicherungsvehikel 1976 gegründet, und dessen Ehefrau Liz, die hier 1983 ihre Berufstätigkeit begonnen hatte. 1986 holte dann Reinhard Mohn den damaligen Chef-Transatlantiker von Helmuth Kohl zur Stiftung, weil er nach dem Kauf von Doubleday Dell und RCA einen Amerikaexperten brauchte. Seither brauchte sich der umtriebige Netzwerker mit der Vorliebe für luxuriöse Bankette nicht mehr um die Finanzen zu grämen. Reinhard Mohn hat tiefe Taschen. Doch jetzt hats Weidenfeld erwischt: Spesenritterei! Nachdem eine anonyme Anzeige gegen ihn eingegangen war, er habe private Ausgaben als Spesen abgerechnet, begann die Münchner Staatsanwaltschaft zu ermittlen. Es kam zu Hausdurchsuchungen in Weidenfelds CAP-Institut in München sowie in den Räumlichkeiten der Stiftung in Gütersloh. Die Polizei im Hause Mohn, das hatte es seit den Papieschiebereien des Jahres 1943 nicht mehr gegeben. Am 28. Oktober 2007 kam die Einstellung der Ermittlungen wegen niedrigen Schadensumfangs. Die Staatsanwaltschaft München verfügte ein Bussgeld von 10000 Euro. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", liess Weidenfeld verlauten - und bezahlte die Busse. Gleichzeitig meldete das Handelsblatt, die Bertelsmann Stiftung habe sich von ihrem langjährigen Vorstand Werner Weidenfeld getrennt. Die Verträge mit dem Centrum für angewandte Politikforschung CAP an der Uni München, das die Bertelsmann Stiftung mitbegründet und mitfinanziert hat, sollen 2010 auslaufen. Weidenfelds unrühmlicher Abgang ist keine grosse Überraschung. Der Amerikaexperte hat sich in letzer Zeit mehrfach bös verhauen und ist reichlich nervös geworden. Er wollte die Achse Berlin Washington als Rückgrat der deutschen Aussenpolitik etablieren, bis dieses Wunschdenken an Hyper Sarkos neuer entente de fer Paris Washington zerschellte. Er empfahl der deutschen Bundesregierung den Aufbau einer gemeinsamen Armee zum Kern der Europapolitik zu machen. Rohrkrepierer. Jetzt wird also in Gütersloh eine gutbezahlte Professorenstelle frei, das wäre doch was für Professor h.c. Joschka Fischer.
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